Motor nach Ausbau abrüsten

  • Hallo Community,


    heute habe ich mal einen kleinen Foto- Guide für euch vorbereitet. Ich habe mir vor kurzem @Just_Nico's Subi mit Motorschaden übernommen.



    Die Subi- Werkstatt hat auf Nockenwellenschaden plädiert. Da meine beiden Pleuellagerschäden bisher aber genauso klangen, war für mich die Sache eigentlich fast klar: Pleuellagerschaden.


    Heute hat sich diese Vermutung auch bestätigt und ich möchte euch an meinem Nachmittag heute teilhaben lassen ;)


    Vorbereitungen

    Werkzeug

    An Werkzeug braucht ihr gar nicht so viel:
    - Ratsche mit Verlängerung
    - 10/12/14 und 24er Nuss
    - Zange für die Schlauchschellen
    - Wasserpumpenzange um festgebackene Schläuche zu drehen
    - Hammer+ Stechbeitel um die Ölwanne zu lösen


    Werkzeug Empfehlungen

    Folgende zusätzliche Werkzeuge machen euch das Leben deutlich einfacher:

    • Knarrenkasten

    Generell kann ich euch für alle Arbeiten am Auto diesen Ratschenkasten nur empfehlen. Seit 3 Jahren hatte ich damit nie Probleme oder irgendeinen defekt. Mittlerweile habe ich damit auch schon jede Schraube die es an einem Subaru überhaupt gibt (abgesehen von denen innerhalb des Getriebens ;) ), problemlos gelöst. Die Nüsse wenden ihre Kraft nicht über die Schraubenecken, sondern auf die Schraubenflanken an. Das reduziert das Risiko die Schrauben rundzulutschen.


    • Schlagschrauber

    Ein Schlagschrauber ist vor allem für festgegammelte Schrauben am Krümmer/ Turbo bzw. für die Kurbel- und Nockenwellenräder ideal, da ihr damit fürs Lösen den Motor nicht blockieren müsst.


    Tipp: Ein Schlagschrauber ist nur sogut wie die Druckluft, mit der er betrieben wird. Nutzt unbedingt einer dicken 12er Schlauch anstelle der üblichen dünnen 10er Schläuche. So ließ sich bei mir eine besonders hartnäckige Schraube problemlos lösen

    • Motorhalter

    Ein Motorhalter macht euch das Leben deutlich einfacher. So könnt ihr in bequemer Arbeitshöhe am Motor schrauben und ihn beliebig drehen. Hier habe ich einfach den billigsten genommen. Der Drehmechanismus ist (da nicht gelagert) sehr hacklig aber ausreichend.


    Hinweis: Links zu Amazon sind Affilliate- Links und wenn ihr darüber kauft, erhalte ich eine kleine Provision. Euch entsteht dadurch aber keinerlei Nachteil ;)



    Ausgangssituation

    Die Ausgangssituation stellt sich wie folgt dar:

    Der Motor wurde komplett mit allen Anbauteilen ausgebaut und auf dem Motorständer befestigt. Um richtig loslegen zu können, müssen wir uns zunächst einmal Zugang schaffen:



    beide Keilriehmen entfernen


    Zuerst müsst ihr die blauen Schrauben etwas anlösen und dann so lange an den Roten drehen, bis die Keilriehmen so locker sind, dass ihr sie abnehmen könnt.


    Nebenaggregare ausbauen

    Lichtmaschine ausbauen

    Klimakompressor inkl. Halterung ausbauen

    Servopumpe ausbauen


    Ansaugbrücke ausbauen

    Wasserbehälter ausbauen


    Ansaugbrücke ausbauen


    Die letzten Anbauteile oben abrüsten


    Ohne Ansaugbrücke sieht es oben schon sehr überschaubar aus.

    Wasserbrücke und Leitungen

    Turbolader abbauen

    Kurbelwellenrad abbauen


    Ohne Schlagschrauber müsst ihr den Kurbeltrieb blockieren, um diese Schraube lösen zu können.



    Motor unten abrüsten


    Nachdem oben alles ab ist, ist es an der Zeit den Motor zu drehen und unten weiter zu machen. Gründsätzlich könnt ihr auch gleich unten beginnen. Allerdings ist es sehr wahrscheinlich, dass Restflüssigkeiten auslaufen, sobald ihr den Motor auf den Kopf stellt. Um nicht unnötig alles vollzusauen ist es ratsam, oben zu beginnen ;) 

    Krümmer und Motorhalter abbauen

    Zahnriehmen inklusive Abdeckungen ausbauen


    Das Rohr für den Ölmessstab ist normalerweise nur in die Ölwanne gesteckt und über einen O- Ring abgedichtet. Bei mir war es jedoch eine Einheit und die beiden voneinander zu trennen war im eingebauten Zustand nicht möglich. Deshalb schiebe ich an dieser Stelle noch die Zahnriehmendemontage inklusive aller Abdeckungen ein.



    Wasserpumpe ausbauen

    Ölwanne ausbauen


    Ölpumpe ausbauen

    Diagnose: Pleuellagerschaden

    Nachdem die Ölwanne ab ist, kann man schon die Pleuellager prüfen:




    Und zum Abschluss noch ein kleines Video vom defekten Pleuellager. Der Sound ist dem vom Eingangsvideo doch sehr ähnlich oder? ;)




    Das wars auch schon, ich hoffe ihr könnt mit diesem Guide was anfangen ;)


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Kommentare 9

  • Wow echt cooler Guide. Danke dass du dir so viel Zeit nimmst so was zu machen!
    Jetzt weiß ich auch woher die horrenden Werkstattkosten entstehen.

    Ich denke mit diesem Guide würde ich es schaffen den Motor auseinander zu nehmen aber ob ich ihn dann wieder heil zusammenkrieg, ist die andere Frage :P
  • Hier wird top Praxiswissen vermittelt, vielen Dank.
    Was sind das für Seminare? (sorry wegen meiner Neugier)
    • Danke fürs Lob ;) Wir haben vor hier auch bald Schrauberseminare anzubieten. Einmal monatlich eine lockere Runde gemeinsames Schrauben, fachsimpeln und Bildung am Objekt ;) Ein Seminar wird dann auch Motorinstandsetzung sein, dessen Konzept ich grade am Ausarbeiten bin ;)
    • Hier heißt Leipzig? Klingt sehr interressant!
      Die falsche Diagnose wurde aber nicht in einem Subaru-Autohaus in Leipzig gestellt oder?
    • ja bei Leipzig, nee das war Nicos Autohaus im Pott iwo ;)
  • Ich find ja witzig, dass die Subaru-Werkstatt bei dem Geräusch auf Ventile tippt...Das klingt eindeutig nach nichtvorhandenem Pleuellager.
  • Sehr schön beschrieben! Mit vielen Bildern und sehr Detailliert :)
    Habe meinen GT Motor auch ausgebaut. Aber das zerlegen habe ich dann einen von Fach überlassen
    Was passiert mit den Fahrzeug Motor Neuaufbau?
    • Nein der Motor wird prepariert und als Schulungsmotor für Seminare verwendet. Das Auto dient dann als Spenderfahrzeug für den Linkslenkerumbau unseres Projektfahrzeuges
    • Hallo!
      Schön zu sehen. wie es gemacht wird. Habe ja nach Schaden der Zylinderkopfdichtung, dies auch alles hinter mir, wie du weißt.
      Was man bei Subaru Motoren sagen muss, ist der doch logische Aufbau des Motors. Ich konnte alle Teile im Auto auseinandernehmen, nur bei den Zylinderköpfen war der Ausbau nötig.
      Gruß
      Jürgen