Trip to Great Britain - Alles zum Autokauf auf der Insel!

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  • Einleitung

    Immer häufiger werden JDM Cars ala Skyline, Silvia, Evo, Supra und Co. in England gekauft und meist selbst nach Deutschland überführt. Auch vor der Subaruszene macht dieser Trend nicht halt und auch in unserem Forum nimmt die Anzahl der RHD- Fahrzeuge zu.
    Deshalb ist es an der Zeit, dass auch wir mit dem Trend gehen und diesem Thema einen Artikel widmen!
    Wir haben das Prozedere, von der Fahrzeugsuche bis zur Überführung nach Deutschland, für euch einmal komplett durchgespielt und einen Honda Civic EM1 Coupe von Edinburgh nach Jena geholt. Dabei absolvierten wir ca. 1700km quer durch Europa, doch dazu später mehr.
    Zunächst gilt es erst einmal die Vor- und Nachteile eines Imports zu klären. Die Vorteile liegen klar auf der Hand, die Fahrzeuge sind wesentlich günstiger als die Modelle in Deutschland, bieten bei einigen Modellen (so auch bei unserem Civic) stärkere Motoren und locken oftmals mit vielversprechenden Mods. Dazu kommt natürlich der nicht unwesentliche Aspekt, dass viele der beliebtesten Importmodelle wie der Nissan Skyline nie auf dem deutschen Markt angeboten wurden und es sie ausschließlich als RHD gibt. Und England ist DIE europäische Drehscheibe für Japanexporte.
    Doch bei allen PRO's gibt es mindestens genau so viele CON's, die gerne mal vernachlässigt werden und einige Hobbyimporteure bereits schmerzlich feststellen mussten. Denn das vermeidliche Schnäppchen entpuppt sich auch gern mal als Alptraum der im Nachhinein erhebliche Kosten mit sich bringt.
    So verbirgt sich hinter jedem PRO auch mindestens ein CON: der günstigere Preis ist meist dem Aspekt geschuldet, dass sich Rechtslenker wesentlich schlechter verkaufen als ihre Links gelenkten Pendants, da der Markt für RHD's im Vergleich wesentlich kleiner ist und ,abgesehen von den Autofreaks, niemand in Deutschland und dem Rest des Festlandes einen Rechtslenker fahren will. Zudem sind die Engländer nicht gerade für einen pfleglichen Umgang mit ihren Autos bekannt. Deutsche Standards was den Zustand des Interieurs und Exterieurs angeht sollte man schleunigst über Bord werfen um nicht gleich bei der Fahrzeugsuche oder später von versteckten Details enttäuscht zu werden. Bei unserem Testcivic waren zum Beispiel nahezu alle Schrauben der Verkleidungsteile (sofern überhaupt noch vorhanden) überdreht. Die Liste der zu behebenden kleinerer aber dennoch ärgerlicher Fehler und Macken wurde mit jeder gefahrenen Meile länger.


    Man sollte auch der Elektrik des Fahrzeuges gesonderte Beachtung schenken. In England wird nahezu jedes Fahrzeug mit einer Alarmanlage nachgerüstet, da sich dadurch Versicherungsvergünstigungen ergeben. Diese Alarmanlagen sind teilweise sowas von provisorisch in den Wagen gebruzelt, das einem dann schon mal die Kinnlade runterklappen kann, wenn man hinter die Verkleidung schaut. Hierfür habe ich ein Bild von unserem Testcivic, was eigentlich für sich spricht:

    Erfinderisch sind sie ja die Engländer nicht war? :rolleyes:


    Der Fakt, dass die englischen/ japanischen Modelle oftmals mit stärkeren Motoren ausgestattet sind liegt schlicht an den strengen Abgasnormen in Deutschland und an dem Anwendungsbereich, für den sie konzipiert wurden. Denn anders als bei uns gibt es fast überall Tempolimits und somit hatten die Ingenieure kilometerlange Vollgasfahrten einfach nicht mit auf der Rechnung. Gerade diese Tatsache wird vielen Hobbyimporteuren hier zu Lande zum Verhängnis. So liest man in den Foren der verschiedensten Marken Themen mit dem Titel "Motorschaden nach 2min Vollgasfahrt" o.ä. Und dann kommt oftmals das Argument "Aber das muss das Auto doch ab können" NEIN! Eben nicht, aus gutem Grund gab es eben diese Fahrzeuge nicht oder nur mit anderer Motorisierung in Deutschland! Man muss das Ganze mal aus der Sicht der Hersteller sehen, sicher hätten in Deutschland die Leute den Impreza GT gerne auch mit 280PS gekauft, doch hätten sie auch den erheblichen Aufpreis für einen "vollgasfesten" 280PS Motor gezahlt?
    Man sollte sich also vorher genau informieren wie gut das gewünschte Importfahrzeug mit den deutschen Verhältnissen zurecht kommt und ob man evtl. durch Softwareanpassung oder die Nachrüstung bestimmter Teile (wie z.B.: einem Ölkühler) sein Fahrzeug an die deutschen Gegebenheiten anpassen kann.
    Die Engländer sind genau solche Tuningfreaks wie wir. Man findet also viele Fahrzeuge die bereits modifiziert sind, doch auch wenn die Mods noch so viel versprechend sind stellt sich die Frage nach dem: "Wie wurde gearbeitet?" auch da gibt es Pfuscher! Außerdem solltet ihr bedenken, dass euch in Deutschland meist eine Vollabnahme von der DEKRA / dem TÜV bevor steht! Also kauft lieber unverbastelte Autos, möglichst im Originalzustand. Und wenn ein Auto mit 100+ PS Mehrleistung deutlich günstiger angeboten wird als vergleichbare Originalfahrzeuge, dann sollte man sich fragen woher das kommt, also lieber Finger weg!
    Das banalste Problem mit den RHD's liegt schlicht an der Sitzposition rechts im Fahrzeug. Doch das ist weniger problematisch als man zunächst vermuten würde. Ich bin nie zuvor einen Rechtslenker gefahren und kam in England nach kurzer Zeit zurecht. Die Pedalerie ist gleich, die Schalter meist auch (manchmal sitzt der Blinker auch rechts vom Lenkrad). Lediglich an das Schalten mit Links gilt es sich zu gewöhnen. Selbst meine Freundin, die nahezu überhaupt gar keine Ambitionen beim Autofahren hat kam damit fast auf Anhieb zurecht.
    Nichts desto trotz: Spätestens auf dem Festland und damit auf der gewohnten Seite der Straße ergeben sich durch das Fahren auf der falschen Seite einige kleinere Probleme im Alltag Stichwort: McDrive oder die berühmte Schranke im Parkhaus wohl dem der gerade einen Beifahrer parat hat!
    Doch auch Vorsicht ist geboten! Der seitenverkehrte Scheinwerfer kann den Gegenverkehr blenden und andere dadurch gefährlich behindern. Der Scheinwerferumbau sollte also ganz oben auf der To-Do List stehen! Nach meiner Erfahrung neigt man anfangs auch dazu relativ mittig auf der Straße zu fahren. Man sollte meinen, dass man den Abstand zum Fahrbahnrand auf der rechten Seite besser einschätzen kann. Das ist auch so, jedoch nicht am Anfang. Es ist äußerst gewöhnungsbedürftig, denn rein optisch aus Fahrersicht fährt man genau auf der Seitenbegrenzungslinie der Fahrbahn. Der Blick in den Außenspiegel jedoch offenbart: man fährt genau an der Innenkante der Linie. Achtet also Anfangs verstärkt auf eure Position im Fahrstreifen, vor allem bei engen Straßen!
    Das wohl größte und auch gefährlichste Problem ergibt sich beim Überholen. Erst vor kurzem gab es wieder 2 schwere Unfälle zweier Skylines, weil sie beim Überholen den Gegenverkehr nicht sahen. Man kann zwar rechts am voraus fahrenden Fahrzeug vorbei schauen aber der tote Winkel dabei ist verdammt groß! Man sollte also wirklich nur an weit einsehbaren Geraden überholen. Flasche! Du Null! Anfänger! hör ich schon einige schreien, doch die jüngsten Vorfälle geben mir Recht. Das Risiko beim Überholen ist größer und das ist Fakt! An Stellen wo man mit einem LHD noch gefahrlos überholen kann sollte man mit dem RHD lieber weiter hinterher fahren und das nicht euch zu liebe, das müsst ihr selbst entscheiden aber erklärt das der Mutter die durch euch ihr 2-jähriges Kind verloren hat, nur weil ihr beweisen wolltet wie cool ihr seit. Ein guter Fahrer sitzt auch im Auto vor, hinter und eben auch in eventuell entgegenkommenden Fahrzeugen um sein eigenes!
    Puhh das waren viele Informationen gleich zu Beginn. Falls euch das jetzt noch nicht abgeschreckt hat und ihr immer noch fest von dem Import eines UK- Fahrzeugs überzeugt seid, dann kommen wir jetzt zu den Details:



    Die Fahrzeugsuche

    Die Fahrzeugsuche beschränkt sich bei geschätzten 95,99% der Hobbyimporteure sowie in unserem Test auf die Internetseite: PistonHeads.com :: Speed Matters. Dort müsst ihr oben in dem grauen Balken auf: "CLASSIFIEDS" klicken und gelangt zu einer Übersicht der angebotenen Marken und Modelle.
    Indem ihr oben auf den kleinen Link "Advanced Search" klickt könnt ihr auch gezielter Suchen.
    Im Prinzip könnt ihr euch Piston Heads als eine Art Onlinemagazin mit News, Artikeln etc. rund um das Thema Auto vorstellen. Aber eben auch mit einer Verkaufs- bzw. Tauschplattform für Autos. Hier bieten meist Privatleute ihre Autos zum Verkauf oder auch zum Tausch gegen ein anderes Modell an. So findet ihr bei Inseraten oft den Punkt "PX:" der für "Part Exchange" sprich Fahrzeugtausch steht. Sicher könnt ihr auch englischsprachige Plattformen im Sinne von mobile.de googeln doch da wir in unserem Experiment ausschließlich auf die recht üppige Auswahl von Piston Heads zurück gegriffen haben werde ich andere Optionen hier nicht näher erläutern. Falls ihr noch andere Plattformen kennt, dann könnt ihr uns das gerne in einem Kommentar zu diesem Artikel mitteilen, wir werden das Kapitel hier dann dem entsprechend ergänzen;)
    Was die Richtlinien und Kriterien bei der Suche eines Fahrzeuges angeht, so gibt es hier auch keine größeren Unterschiede als bei einem Kauf via mobile.de (bzw. autoscout24.de um hier keine Partei zu ergreifen). Ihr solltet stutzig werden, wenn ein Inserat auffällig viel günstiger ist als alle anderen. Wie bereits erwähnt solltet ihr möglichst unverbaute Modelle aussuchen und lieber selber tunen, auch immer im Hinblick auf die bevor stehende deutsche Zulassung.
    Ansonsten solltet ihr euch über die Schwachstellen eures Wunschautos informieren: Wo neigt es zu rosten? Was sind die typischen "Krankheiten"? usw. und euren Kandidaten darauf prüfen. Sollte die Beschreibung oder die Bilder keine Informationen über die modellspezifischen Problempunkte bieten, dann kontaktiert den Verkäufer und fragt nach Detailbildern oder zusätzlichen Infos. Wobei wir auch schon beim nächsten Abschnitt dieses Artikels angekommen wären.
    Eins noch: Je gründlicher eure Vorarbeit hier ist, das heißt je mehr ihr euch über das Modell der Begierde informiert habt und wisst, wonach ihr fragen müsst umso wahrscheinlicher ist es später keine Böse Überraschung zu erleben. Es gibt nichts schlimmeres, als den weiten Weg nach England anzutreten und dann unverrichteter Dinge wegen gravierender Mängel wieder nach Hause fahren zu müssen! Macht nicht den Fehler in einer Hauruck- Aktion und aufgrund einer flüchtigen Idee nach England zu fliegen. Denn das macht oft auch blind vor offensichtlichen Mängeln. Trefft eure Auswahl mit größtmöglicher Sorgfalt!
    Verkäufer kontaktieren


    Irgendwann seid ihr an dem Punkt, wo eure Suche langsam konkreter wird und ihr mehr Informationen über ein Fahrzeug benötigt als die Bilder und die Beschreibung hergeben. Dafür habt ihr bei Pistonheads ein Formular. Ihr findet unter der Beschreibung den Punkt "Email: CLICK HERE TO MAIL". Wenn ihr auf den Link klickt öffnet sich ein typisches Kontaktformular. Selbstverständlich solltet ihr eine gültige Emailadresse angeben, da ihr ja sonst keine Antwort erhalten könnt.
    Spielt gleich mit offenen Karten! Sagt gleich in der ersten Mail, dass ihr aus Deutschland kommt und großes Interesse an diesem Fahrzeug habt! Seid freundlich und offen und fragt nach den Details die euch noch fehlen oder weiteren Bildern. Genau so wie ihr es in Deutschland auch machen würdet. Es versteht sich von selbst, dass ihr die Email in englischer Sprache verfasst. Die wenigsten Verkäufer würden sich wohl die Mühe machen einen deutschen Text noch ins Englische zu übersetzen. Solltet ihr der englischen Sprache nicht so mächtig sein, dann lasst euch helfen! Ihr könnt euch auch im Forum oder direkt bei mir via PN melden, wenn es Probleme mit Formulierungen gibt. Für einzelne, unbekannte Vokabeln könnt ihr ein Wörterbuch oder ein Übersetzungstool im Internet nutzen (z.b: den Übersetzer von Google). Macht nicht den Fehler einen kompletten deutschen Text einfach von einem Tool übersetzen zu lassen. Das was dabei heraus kommt ist meist äußerst grausam und minimiert die Chance eine Antwort zu erhalten. Vertraut auf euch, es erwartet keiner Oxford- English von euch, Hauptsache der Inhalt kommt unmissverständlich rüber. Für euer Englisch habt ihr euch ja zu Beginn eh schon damit entschuldigt, dass ihr geschrieben habt ihr wärt aus Deutschland :D In den meisten Fällen werdet ihr auch eine Antwort erhalten. Der Verkäufer wird zwar im ersten Augenblick etwas verwundert sein aber im Endeffekt ist ihm egal ob er sein Auto an einen Franzosen, Italiener, Deutschen oder Engländer verkauft. Dass ihr aus dem Ausland kommt kann sogar ein leichter Vorteil für euch sein, welcher Engländer kann schon von sich behaupten, sein Auto an einen Deutschen verkauft zu haben? Je nach Charakter freut er sich vielleicht sogar auf die Übergabe und das kennenlernen eines "Foreigners". Internationale "Benzingespräche" haben ja auch was für sich ;)
    Hier mal meine erste Kontaktmail, einfach und kurz gehalten (bei Handa fragt man zu aller erst nach dem Ölverbrauch) :D :



    >Hello from Germany!
    >
    > I am very interested in your car but I still have some questions:
    >
    > What about oil consumption on 100miles? Do you have some more detailed pictures of the interior, the engine and the dents/scrapes?
    >
    > 100k miles are very much. Are there any possibilities to speak about the price?
    >
    > with friendly regards,
    >
    > Basti


    Geldtausch

    In Großbritannien gibt es ja bekanntlich keinen Euro sondern nach wie vor britische Pfund. Mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit will der Verkäufer also von euch den Kaufpreis in GBP und nicht in EURO. Ein Tipp von mir: kümmert euch rechtzeitig um den Umtausch! Mir haben zu Beginn der Reise noch 300GBP gefehlt. Ich dachte ich kann das noch schnell am Flughafen bei der Reisebank wechseln doch Fehlanzeige, die hatten keine GBP mehr "auf Lager". So musste ich in England vor Ort noch eine Travel Bank suchen. Rechnet mit so etwas und habt den kompletten Betrag schon vor Antritt der Reise parat. Am besten schon eine Woche vorher, man weiß nie welche Komplikationen auftreten. Auch in der heutigen Zeit ist der Umtausch von Geld nicht immer unkompliziert, vor allem wenn es sich um größere Mengen handelt. Noch ein Hinweis: Wenn ihr im Internet den Wechselkurs von EUR in GBP ermittelt, dann ist das höchstwahrscheinlich der Börsenkurs! Diesen Kurs werdet ihr beim Umtausch nie erhalten! Man kann sich grob, äußerst grob daran orientieren aber mehr auch nicht. Erkundigt euch nach dem tatsächlichen Kurs bei eurer Hausbank oder einer Travel Bank. Wenn ihr ausländisches Geld von eurer Hausbank wollt, dann müsst ihr mit mindestens 4 Tagen Wartezeit auf das Geld rechnen. Bei der Travel Bank bekommt ihr das Geld hingegen sofort und könnt es mit der Quittung noch bis zu 10Tage ohne weitere Gebühren wieder zurück in Euro tauschen. Das ist praktisch wenn man von der Reise durch England noch Pfund übrig hat. Also Quittung aufheben! Bei der Travel Bank am Erfurter Hauptbahnhof habe ich für knapp 1500EUR -->1195GBP erhalten. Aber auch diese Wechselkurse schwanken ebenso wie die Börsenkurse. Wie bereits angedeutet: Denkt auch daran, dass ihr in England tanken und evtl. auch etwas essen müsst! Man kann theoretisch auch mit Kreditkarte bezahlen aber ich rate euch alles mit Bargeld abzuwickeln und es ist sicher nicht verkehrt zusätzlich zum Kaufpreis ein kleines Polster an Pfund in der Tasche zu haben.


    Benötigte Papiere

    Es folgt eine Auflistung verschiedenster Papiere und Dokumente, um die ihr euch im Vorfeld informieren/ kümmern solltet. Achja ganz wichtig: Personalausweis und Führerschein nicht vergessen!


    Grenzübertrittsversicherung

    Anders als in Deutschland sind die Zulassungen in England Fahrzeug- und nicht Halter-gebunden. In der Regel behält ein Fahrzeug sein Kennzeichen ein Fahrzeugleben lang. In England gibt es auch keinerlei Überführungskennzeichen, weshalb es hier zu Lande eine Sonderregelung der Grenzübertrittversicherung des ADAC's gibt.
    Die Grenzübertrittversicherung ist in der Regel für ausländische Fahrzeuge und Halter gedacht, die einen längeren Aufenthalt in Deutschland planen und deren Versicherung in diesem Zeitraum abläuft. Damit diese Personen in diesem Falle dennoch ihr Fahrzeug weiter auf öffentlichen Straßen bewegen dürfen gibt es eben diese Versicherung. Als deutscher Staatsbürger kann man diese Versicherung also grundsätzlich nicht abschließen, außer es handelt sich um ein Fahrzeug, dass in der UK zugelassen ist. Des weiteren muss es sich noch in der UK befinden und noch angemeldet sein. Man kann diese Versicherung auch nur noch einmalig und nur für einen Monat abschließen! Diese Bestimmungen haben sich geändert, früher konnte man diese Versicherung Monat für Monat verlängern, so lange bis die MOT (ähnlich unserem TÜV) oder die TAX (also Steuern) abgelaufen sind. So kam es, dass man im günstigsten Falle ein volles Jahr lang (da die MOT jährlich fällig ist) legal mit englischen Kennzeichen fahren konnte. Das wurde natürlich auch ausgenutzt, da man mit englischen Kennzeichen eine gewisse Immunität gegenüber deutscher Fahrzeugbestimmungen hat. Deshalb kann man diese Versicherung jetzt nur noch einen Monat (gerechnet ab Abschluss der Versicherung) beantragen. Das Ganze geht nur in einer Geschäftsstelle des ADAC, also nicht telefonisch oder via Internet und ihr benötigt eine gut lesbare Kopie der englischen Zulassung (v5 document) sowie euren Personalausweis. Die Versicherung kostet 105EUR welche ihr vor Ort entrichten müsst.
    Ein kleiner Tipp noch: Auch für die ADAC- Geschäftsstellen ist der Abschluss einer solchen Versicherung kein Alltag. Es kann durchaus vorkommen, dass sie euch sagen, dass ihr als deutscher Staatsbürger eine solche Versicherung nicht abschließen könnt. Dann weist die Leute einfach höflich auf den Sonderfall mit englischen Fahrzeugen hin. Die Damen und Herren in den Filialen können schließlich auch nicht alles wissen.


    Englische Zulassung (v5)

    Die einteilige, vierseitige englische Zulassung mit blauem (alt) oder rotem (neu) Deckblatt ist recht bunt aufgebaut und enthält auf der Deckseite Name und Adresse des aktuellen Halters sowie Name und Adresse des vorherigen Halters. Die früheren Halter gehen aus der Zulassungsbescheinigung nicht hervor, man erhält lediglich noch die Gesamtanzahl der bisherigen Halter.
    Ebenfalls sehr interessant ist die "document reference number" rechts neben dem großen weißen Feld mit der Halteradresse. Anhand dieser Nummer kann man online auf der Seite der englischen (zentralen) Zulassungsbehörde DVLA in Swansea alle MOT- Testberichte des Fahrzeugs einsehen. Man sieht also sehr detailliert, welche Mängel das Fahrzeug bei den technischen Überprüfungen hatte und ob die Überprüfung erfolgreich abgeschlossen oder nicht bestanden wurde und warum! (hier der Direktlink: Motoring : Directgov - MOT status check request) Eine äußerst nützliche Angelegenheit, die euch tiefe Einblicke in das bisherige Fahrzeugleben ermöglicht!
    Auf der zweiten Seite findet ihr dann einige Angaben zum Fahrzeug sowie Fahrgestell - und Motoridentifikationsnummer. Wichtig: Bei der Übergabe müsst ihr unter Punkt 6. "New keepers details" eure Daten eintragen. Habt ihr und der Verkäufer dann unter Punkt 8 "Declaration" unterschrieben seid ihr ab jetzt für das Fahrzeug verantwortlich.
    Auf der 3. Seite sind unter Punkt 10 noch einmal eure Daten gefragt. Tragt diese dort noch einmal ein. Punkt 11. befasst sich zwar mit dem Fahrzeugexport, ist jedoch nur dafür gedacht, wenn das Fahrzeug von einem Engländer länger als 12 Monate exportiert wird. Für euch trifft das ja nicht zu, weshalb ihr das Feld leer lassen könnt.
    GANZ WICHTIG: Der Verkäufer wird jetzt den Teil 10 der Zulassungsbescheinigung heraustrennen und ihn euch aushändigen wollen, weil dies das normale Prozedere und der Teil 10 eure vorübergehende Zulassung ist . Verkauft man ein Fahrzeug als Engländer an einen Engländer, so schickt der Verkäufer den Teil 1-8 normalerweise an die zentrale Zulassungsbehörde DVLA in Swansea. Daraufhin erhält der neue Halter eine neue v5 Zulassung. In eurem Falle sieht das Prozedere anders aus. Ihr müsst die komplette v5 mitnehmen, also nichts heraustrennen und der Verkäufer muss einen frankierten Brief an: DVLA, Swansea, SA99 1AG mit der Fahrgestellnummer, Marke und Modell des Fahrzeugs, dem Verkaufsdatum und der Adresse des neuen Besitzers, also eurer Adresse schicken.
    Tipp: Es gibt eine Informationsbroschüre (INS 160 "Your Registration Certifikate and you" in der all das drin steht. Diese Borschüre solltet ihr ausdrucken und mit nach England nehmen. Dort könnt ihr dem Verkäufer zeigen, dass es genau so ablaufen muss, falls er euch nicht glaubt. Unter Punkt 3: "Buying or selling a vehicle" What to do if you are selling your vehicle privately to someone that does not have a GB address" (Seite 8) steht genau das, was ich euch eben gesagt habe.
    Hier könnt ihr euch diese Broschüre als .pdf herunterladen: dg_065264.pdf


       


    Kaufvertrag/ CoC

    Grundsätzlich ist zu beachten, dass das englische v5- Dokument anders als der deutsche Fahrzeugbrief bzw. die Zulassungsbescheinigung Teil 2 kein Eigentumsnachweis ist! Soll heißen ihr seid nicht unmittelbar der Eigentümer des Fahrzeugs sondern wenn überhaupt der Besitzer. Es ist also auf jeden Fall zusäzlich ein Kaufvertrag abzuschließen, damit es später keine Probleme bei der deutschen Zulassung zwecks Eigentumsnachweis gibt. Vordrucke hierfür findet ihr genügend im Internet. Ich habe den Vordruck vom ADAC verwendet, da dieser sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch verfügbar ist. Es ist besser, wenn ihr dem Verkäufer einen englischen Kaufvertrag ausfüllen lasst. Nicht jeder ist der deutschen Sprache mächtig und würdet ihr etwas von einem wildfremden Ausländer unterschreiben, was ihr nicht einmal lesen könnt? Ich habe es so gehandhabt: Die Ausfertigung für mich auf Deutsch und die Ausfertigung für den Verkäufer auf Englisch. Natürlich sollten die beiden Formulare bis auf die Sprache identisch sein. Hier der Link zu dem Kaufvertrag des ADAC: Musterkaufverträge und mehr
    Allerdings müsst ihr für die Vordrucke ADAC- Mitglied sein und ein Onlinezugang (kostenlos) einrichten.


    WICHTIG: Ohne Kaufvertrag bekommt ihr in Deutschland kein ausländisches Auto zugelassen!
    Ihr solltet bei der zulassung auch den Kaufvertrag unbedingt mitführen! (Ich durfte extra nochmal nach Hause fahren und den holen -.-)



    CoC- Papier

    Hierzu findet man äußerst kontroverse Informationen. Angeblich haben alle Neufahrzeuge seit 1996 (seit 1997 zwingend) ein solches CoC- Papier beim Kauf dabei. Tatsächslich ist es aber so, dass für unseren Civic laut Hersteller in England ein solches Papier nicht vorliegt. Dies ist laut unserer Recherchen evtl. damit zu begründen, dass es das Modell "EM1" wohl nur in England und den USA gegeben hat. In Deutschland und dem Rest der EU gibt es den Civic nur unter der Modellbezeichnung "EJ6"mit kleinerem Motor und weniger Ausstattung. Ihr müsst euch also vorher bei dem Verkäufer erkundigen, ob für euren Wagen ein solches Zertifikat vorliegt oder nicht. Gibt es für euer Modell normalerweise ein CoC- Papier und der Verkäufer hat dies aber verschlampt, erhält man mit unter bei dem Hersteller gegen eine Gebühr ein neues. Für Subarus der neuen Generation, also ab Bugeye, sollte es auf jeden Fall ein CoC- Papier geben. Für japanische Modelle hingegen werdet ihr wohl kein CoC- Papier finden.
    Was hat es mit diesem CoC- Papier eigentlich auf sich?
    Nunja, CoC steht für Certificate of Conformity und bezeugt, dass eine bestimmte Ware nach anerkannten internationalen Normen hergestellt ist. Soll heißen: Mit einem CoC- Papier für euer Fahrzeug solltet ihr dieses ohne Hindernisse genauso zulassen können, wie ein deutsches Fahrzeug. Ohne CoC hingegen muss das Fahrzeug via Einzelbetriebserlaubnis mittels Gutachten nach §21 StVZO zugelassen werden. Die Kosten hierfür belaufen sich zwischen 43,60EUR bis 138,00EUR. Habt ihr ein solches Gutachten nicht so fallen in der Regel zusätzliche Gebühren an. Weiteres dann unter dem Kapitel Zulassung in Deutschland.


    Routenplanung

    In folgendem Kapitel geben wir euch nützliche Hinweise was die Planung eurer Route angeht.



    Die Anreise

    Was die Anreise betrifft so hat man in der Regel zwei Möglichkeiten: Entweder man fährt mit dem Auto nach England oder man fliegt rüber. Ersteres bietet sich vor allem an, wenn der Standort des Fahrzeugs im südlichen Teil Englands liegt und man ab Dover nur wenige Kilometer in England zurücklegen muss. Ist der Standort um London oder im Norden Englands, bietet sich ein "One- Way- Ticket" von Ryan-Air oder Easyjet an. In unserem Falle war der Standort Edinburgh und wie der Zufall es so will wohnte der Verkäufer 10min vom Flughafen entfernt. Das sind natürlich Ideale Voraussetzungen für einen Flug. Man kann also nicht sagen Fahren oder Fliegen ist besser. Diese Entscheidung ist stark von dem Standort des Fahrzeugs abhängig. Am besten ihr schaut nach, wo sich der nächste Flughafen befindet und wägt die Flugkosten sowie evtl. Nahverkehrskosten mit den Spritkosten ab und trefft dann eure Entscheidung. Aber denkt auch daran: 2 Fahrzeuge bedeutet auch doppelte Fährkosten und doppelter Sprittverbrauch! Auf der anderen Seite stellt sich beim Flug natürlich die Frage: Was tun wenn der Deal, warum auch immer, platzt? Wie kommt man dann nach Hause? In unserem Falle habe ich den Verkäufer nett gefragt, ob er uns vom Flughafen abholen könnte und das klappte problemlos! Geflogen sind wir mit RyanAir von Frankfurt- Hahn (nicht der große Flughafen!) nach Edinburgh. Der Flug hat für 2 Personen 102EUR gekostet und alles lief reibungslos. Allerdings sind von RyanAir alle Mails auf Englisch und ihr müsst selbst online einchecken und eure Bordkarten selbst ausdrucken. Den günstigen Flug sucht man sich am besten bei einem Flugvergleichsanbieter wie Swoodoo.de oder fluege.de. Kleiner Tipp: Sucht euch den Flug dort raus, bucht aber direkt auf der Seite der Fluggesellschaft! So spart ihr euch die Gebühren der Vergleichsdienste! Ebenso ist es ratsam das Kauf- und Abholdatum am Flugtermin auszurichten. Unter der Woche sind die Flüge günstiger als am Wochenende. Sucht euch also erst den günstigsten Flug und bestimmt anhand dessen das Abholdatum. Bucht aber erst, wenn ihr das mit dem Verkäufer abgesprochen habt, versteht sich ja von selbst..


    Fährmöglichkeiten

    Mindestens eine Fährfahrt steht euch sogut wie immer ins Haus. Es sei denn ihr entscheidet euch dafür, den Eurotunnel zu benutzen. Hier wird euer Fahrzeug auf einen Zug verladen und durch den Tunnel transportiert. Selber durchfahren ist nicht möglich! Wir haben uns für die gute alte Fähre von Dover (England) nach Calais (Frankreich) entschieden. Wieder abhängig vom Standort des Fahrzeugs ergeben sich hier aber weitere Möglichkeiten. Eine weitere günstige Option wäre in unserem Falle die Fähre von Newcastle nach Amsterdam gewesen. Hier wären wir für ca. 240EUR schon in Amsterdam gewesen, und das ohne tausende Kilometer auf das Auto zu fahren. Der einzige Grund warum wir uns dagegen entschieden haben war die Abfahrtszeit. Wir sind 16.00Uhr in Edinburgh gelandet. Um 17.00Uhr wäre die Fähre gefahren. Das heißt wir hätten einen ganzen Tag auf die nächste Fähre warten müssen. Öffnet bei der Routenplanung am besten Google Maps. Da seht ihr zwischen England und dem Festland im Meer so dunkelblaue Linien, das sind die Fährverbindungen. Schaut von welchem zu welchem Ort die gehen und gebt dann bei Google z.B.: "Fähre Newcastle- Amsterdam" ein. Schnell werdet ihr fündig werden und die Kosten sowie Buchungsmöglichkeiten herausfinden. Generell gilt: Die rechtzeitige Onlinebuchung ist bedeutend günstiger als die Fähre vor Ort zu bezahlen! Allerdings müsst ihr dann meist genau die gebuchte Fähre nehmen. Kommt ihr zu spät ist die Fähre und das Geld dafür futsch!
    Da wir einmal komplett durch England fahren mussten und sich die Verkehrslage in einem fremden Land ohne Erfahrung schlecht einschätzen lässt, haben wir auf die Onlinebuchung verzichtet und vor Ort bezahlt. Wir sind von Edinburgh ca. 16:30Uhr gestartet und waren gegen 3:30Uhr in Dover. Um 4.00Uhr ging die nächste Fähre, perfekt! Diese hat uns ca. 75EUR gekostet. Die Preise schwanken allerdings stark! Die nächste hätte 90EUR und die darauf 120EUR gekostet. Die 04.00Uhr Fähre vorher online gebucht hätte nur ca.30EUR gekostet! Es gibt 3 verschiedene Firmen, die den Fährdienst dort anbieten. Alle 3 haben ihren Schalter nebeneinander im selben Raum. Nehmt euch die Zeit und erkundigt euch bei allen Dreien nach dem günstigsten Angebot. Die Fähre selbst war in unserem Falle sehr komfortabel mit vielen Möglichkeiten zu Speisen und zu Trinken.
    Ein Tipp noch: Fähren in der Nacht sind günstiger als am Morgen oder am Tag! Ausserdem lassen sich die 2 Stunden Zeit auf einer fast leeren Fähre exzellent zum Schlafen nutzen, während des Trips unsere einzige längere Pause.

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